„Bubumm bubumm” und „Tick tick tick”

Bei der diesjährigen dOCUMENTA (13) wurden nun schon häufiger die ungewöhnlichen Orte erwähnt, die auch als Ausstellungsorte genutzt werden. Zu ihnen gehört auch das Bekleidungsgeschäft C&A. Einige dOCUMENTIERENDE begaben sich auf den Weg und besuchten den ausgefallenen Ort.

Wenn wir auf das Geschäft zu laufen, werden wir gleich von dem typischen Plakatständer in dOCUMENTA-gelb begrüßt. Dann begeben wir uns in den Laden und finden am Informationsschild den nächsten kleinen Hinweis, wohin der Weg gehen soll. Wir erfahren, dass sich der Ort des Begehrens im dritten Stock bei der Kinderabteilung befindet und machen uns dann freudig erregt auf den Weg zur Rolltreppe. Wenn wir die Fahrt hinter uns haben, laufen wir auf ein weiteres Hinweisschild auf dem „dOCUMENTA“ prangt zu und richten uns, wie auf dem darauf abgebildeten Pfeil gezeigt, nach rechts. Danach folgen wir einfach dem normalen Weg geradeaus. Zuerst sehen wir überall nur rosafarbene Kinder-T-Shirts, aber schon bald bemerken wir, dass auf der rechten Seite ein Nebengang ist. Diesen gehen wir entlang und kommen bald in einen großen, hallenartigen Raum, der sehr karg wirkt. Gleichzeitig tönt von allen Seiten ein „Bubumm, bubumm“ und ein „tick tick tick“. Der Raum ist tatsächlich sehr leer, bis auf einen, durch einen weißen Vorhang abgetrennten Bereich, der jedoch auf einer Seite offen geblieben ist. Dort drin steht eine Bank und durch die offene Seite schauen wir auf eine große Box, aus der das „bubumm“ zu hören ist.
Wir begreifen so langsam, was diese Geräusche zu bedeuten haben. Wenn wir darauf achten, dann stimmt das laute „bubumm, bubumm“ nämlich mit dem eigenen Herzschlag überein. Das ebenfalls sehr laute Ticken, was aus einer anderen Ecke der Halle tönt, erinnert an eine Uhr.

Diese Klanginstallation ist das Produkt des Künstlers Cevdet Erek. Der 1974 in Istanbul geborene Künstler, der auch heute noch in seiner Geburtsstadt lebt, hatte bereits diverse Einzelausstellungen und nahm auch schon an einigen Gruppenausstellungen teil.
Cevdet Erek nennt seine Installation „Room of Rhythms“ und der Name macht dem Kunstwerk wirklich alle Ehre. Aber nicht nur die Klänge, sondern auch die Architektur gehören zu seinem Werk.

Das Schöne an einem Kaufhaus als Ausstellungsort ist, dass man auch ohne ein dOCUMENTA-Ticket Zugang zu der Installation hat. Jede(r) potentielle Käufer(in) kann also auch gleichzeitig, wenn er oder sie einen kleinen Abstecher macht, die Kunst begutachten. Zudem gibt es auch noch weitere Möglichkeiten zu dem Werk von Cevdet Erek zu gelangen, denn beispielsweise auch durch den Nebeneingang in der Straße Neue Fahrt gelangt man zu der einfach scheinenden, aber beeindruckenden Installation. Ganz einfach, indem man in den Fahrtstuhl steigt.

Wer Interesse an einer Performance des Künstlers hat, sollte am 22. Juli um 11.00 Uhr im Ständehaus oder am selben Tag um 15.00 Uhr bei C&A vorbeischauen.

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