Was ist mit Ai Weiwei?

NEVER SORRY – der neue Film mit dOCUMENTA (12)-Persönlichkeit Ai Weiwei. Von dem chinesischen Polizeistaat, künstlerischer Dissidentenschaft und dem Unterschied zwischen Menschen und Katzen.

Titelbild Never Sorry

© DCM

Der bewegende Film von Ai Weiwei ist zwar kein Kunstwerk der diesjähigen dOCUMENTA, wurde jedoch auf der Eröffnung der d13 gezeigt. Dies zeigt, dass er nicht vergessen wurde und ein wichtiger und vor allem präsenter Teil der internationalen Kunstszene ist. Seit 2007 ist Ai Weiwei auch in Deutschland sehr bekannt und wäre 2012 wohl auch ein gern gesehener Gast in Kassel. Damals wurde er bei uns durch sein Kunstprojekt „Fairytale“ bekannt, in dessen Rahmen er 1001 Chinesen nach Kassel kommen ließ, um ihnen die Chance zu geben, Neues zu erfahren. „Jeder sollte das Recht zum Reisen haben“, so Ai Weiwei. Dass gerade er seit einem Jahr unter politischem Hausarrest steht und von der chinesischen Regierung zum Schweigen verurteilt wurde, traf ihn mit Sicherheit hart. In Alison Klaymans Film NEVER SORRY, einem rasanten Langzeitportrait von Ai Weiwei, geht es um seine Arbeit als Künstler, seine Regimekritik und seinen Kampf gegen die chinesischen Behörden. Er nutzt wie kein anderer Künstler das Internet, um aufzuzeigen, nachzufragen und zu provozieren. Er twittert rund um die Uhr. Müsste er eine Heimat wählen, wäre diese das Internet, „denn sein Raum und seine Grenzen befriedigen [sein] Vorstellungsvermögen“, so der Künstler.

Ai Weiwei

© DCM

Ai Weiwei ist ein Künstler, der glaubt, dass Kunst und menschliche Freiheit untrennbar miteinander verbunden sind. Daher spielt die Freiheit und die freie Kommunikation unter den Menschen in seiner Kunst auch eine große Rolle. Wenn die Menschen nicht in Kontakt treten und nicht an Informationen kommen und diese weitergeben, dann entgeht den Menschen unendlich viel. Dieser Gedanke lässt sich auch auf der diesjährigen dOCUMENTA wiederfinden. Denn genau wie Ai Weiwei ist auch Documenta (13)-Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev darauf aus, die Menschen miteinander kommunizieren zu lassen. So wurden zum Beispiel alle Kunstvermittler (diejenigen, die die dTOURS leiten) angewiesen, die Kunstinteressierten zu Gesprächen anzuregen und sie zu motivieren, Fragen nicht nur an den Leiter, sondern in die ganze Gruppe zu stellen. So entstehen Diskussionen und verschiedenste Eindrücke werden ausgetauscht. Alle sind sich einig: Wer die Menschen erreichen will, muss mit ihnen Kontakt aufnehmen und alle Meinungen müssen gehört werden!

(Christina Dilk)

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