„Lieber die moderne Kunst“ oder: Documenta für Anfänger

Wart ihr bei der Kunst oder einfach nur so weg? Mit diesem Gedanken durch die Stadt geschlendert, habe ich eine kleine Gruppe auf dem Friedrichsplatz angesprochen. Heraus kam ein kurzes Gruppeninterview, dass teils tief in die Kunstseele der drei blicken lässt und teils zum schmunzeln anregt.
„Lieber modern und die Sinne betörend“, so fassen drei Mitte-Zwanziger aus Freiburg ihren Kunst- und Kulturtripp zur dOCUMENTA zusammen. „Ohne jegliche Erwartung“ seien sie gestartet, aber schon mit „Vorabrecherche und Freundeskreisverhör“. Heraus kam ein d(13)-Schlachtplan, der sie durch den Auepark führte, im Hugenottenhaus das Gruseln und Staunen lehrte, im Friedricianum leicht irritierte und in der Documenta-Halle gut unterhielt.
Die zwei Herren der Freiburg-Troika – Simon (26) und Jonathan (25) – studieren in Kassel, der eine seit einem, der andere seit zwei Jahren. Beide fühlen sich zwar langsam angekommen in Nordhessen, trotzdem überwiegt noch ein „süddeutsch geprägtes Exil-Gefühl“. Mit Kunst haben die beiden genauso viel am Hut wie ihr Besuch,  Maria (25), Physiotherapeutin. „Aber wenn jetzt schon einmal Besuch hier ist, dann nutzen wir die Gunst der Stunde und schauen es uns auch an“, so der männlich-logische Sachverstand. Auf „documentiert“ haben sie sich informiert, außerdem bei der HNA und Freunden. „Die Highlights waren schnell gebündelt, die Begeisterung im Nachhinein nicht immer ganz nachvollziehbar“, geben sie 20:30 beim Feierabendbier auf dem Friedrichsplatz erschöpft zum Besten.
Was die kleine Gruppe schnell resümieren kann, ist die geschlossene Vorliebe für medial unterstützte Kunst. Und so verwundert auch die Top 3 der Troika nicht. Auf Platz 1 setzen sie einstimmig das Hugenottenhaus mit dem Dunkelraum, in dem Gesungen und Getanzt wird. „Faszinierend zu beobachten, wie man anfangs nichts sieht und wenige Minuten später den Durchblick hat“, loben sie die Künstler aus Chicago. Platz 2 vergeben sie an den Klanggarten im Auepark, wo vor allem die Mimik der älteren Besucher „wirklich fasziniert und mit der Geräuschkulisse mitgeht“. Platz 3 in der Gunst der Gruppe geht an Nalini Malani, eine Künstlerin aus Indien, die in der Documenta-Halle ausstellt.
Was die drei im Nachhinein ärgert, ist der verpasste Besuch des Video-Walk im Hauptbahnhof: „Den hätten wir lieber noch mitgenommen als das Friedricianum“. Trotzdem sind sie rückblickend zufrieden, teils von der Kunst „angefixt“, teils noch nicht „gesetzt genug für Vitrinen-Kunst“.
Aber auch die Erkenntnis, „nicht gesetzt“ genug zu sein, kann ja durchaus als Gewinn verbucht werden. Und einen letzten, unbedingten Tipp wollen sie zum Abschied noch an die documentiert-Leser weitergeben: „Zum Chillout nach dem Kunstmarathon oder für das Radler zwischendurch, unbedingt die kleine Bar links hinterm Hauptbahnhof besuchen“!

dOCUMENTA (13) wieder im Fernsehen!

3sat zeigt einen Report über „unsere“ Kunstausstellung im Rahmen seiner Sendung ‚Museums-Check‘.

Moderator Markus Brock, der sonst eigentlich in festen Museen unterwegs ist, stellt diesmal die Highlights der dOCUMENTA (13) in Kassel vor. Es wird eine Zwischenbilanz gezogen und Brock trifft verschiedenste Menschen, u.a. Besucher, Künstler, Macher, Weithergereiste und Einheimische.

Der „Museums-Check“ ist zu sehen am Sonntag, den 19.8. um 19:10 Uhr auf 3sat.

Weitere Infos hier.

Die Bilderflut in der Documenta-Halle

Das „Limited Art Project“ und sein Hintergründe. Warum der chinesische Künstler Yan Lei Gemälde herstellt, um sie wenig später wieder zu zerstören…

Wer ist Yan Lei?

Yan Lei, geboren 1965 in Hebei, China, lebt in Peking und hat an der Zhejiang Academy of Fine Arts studiert. Er ist bei der diesjährigen dOCUMENTA kein unbekanntes Gesicht, denn der Künstler war schon 2007 bei der Documenta 12 vertreten. Damals zeigte er zwei Serien von Acrylmalereien. Eine Serie namens „Tree“, die andere hieß „Light shadows“. Beide waren im Schloss Wilhelmshöhe zu finden.

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Was ist das „Limited Art Project“?

Dieses Jahr stellt er sein Werk „Limited Art Project“ in der Documenta-Halle aus. Das Projekt erregt viel Aufsehen, Besucher erinnern sich fast immer an „den Raum mit den vielen schönen Gemälden, die leider alle überlackiert werden“.

Yan Lei bleibt sich treu. Wie auch schon vor fünf Jahren, entstehen seine Acrylbilder in einem mehrstufigen Verfahren, das mediale und technische Hilfe nicht ausschließt. Wer früh im Sommer zur dOCUMENTA (13) fährt, hat die Chance, noch die meisten von Yan Leis Bildern zu sehen. Entdecken Sie unter anderem St. Paul’s Cathedral, die leicht bekleidete Janet Jackson, Wladimir Putin oder die umgestürzte Costa Concordia. Tun Sie es bald, denn die Bilderflut verschwindet – wer erst im Spätsommer zur d13 kommt, sieht dann nur noch monochrome Farbflächen!

Für das „Limited Art Project“ hat Yan Lei 360 Tage lang jeden Tag ein Bild aus dem Internet gespeichert. Es sind immer Bilder, die ihm bei der Flut aus Bildern in den Medien begegnet sind. Bilder, die ihm beim Surfen im Internet ins Auge gefallen sind. Jedes dieser 360 Bilder hat er auf eine eigene Leinwand übertragen, die meisten davon malen lassen. So entstand eine Art Tagebuch, welches nun nach Kassel gebracht wurde. Alle Gemälde sind in einem einzigen Raum in der Documenta-Halle angeordnet – ob an der Wand oder an der Decke hängend oder sogar in Lagerregalen verstaut.
Das Projekt besteht darin, die Bilder nach und nach auszustreichen. Dies geschieht mit Hilfe des Hauptsponsors Volkswagen. In einer engen Zusammenarbeit werden die Bilder transportiert, lackiert, getrocknet und wieder transportiert.

Was genau passiert mit den Bildern?

Alle Bilder, die im Ausstellungsraum aufgereiht sind, werden nach und nach monochrom mit Autolack übermalt. Dies gleicht einem Kalender, von dem tageweise Blätter abgerissen werden. Da es insgesamt 360 Bilder sind und die dOCUMENTA nur 100 Tage dauert, werden jeden Tag gleich 5-6 Bilder in das nahegelegene Baunataler VW-Werk gebracht. Denn weil die Fertigung in den Lackanlagen des Werkes am Wochenende still steht, wird über den gesamten Ausstellungszeitraum an nur 70 Tagen lackiert – an jedem Tag aber in einer anderen Farbe, die der Konzern auch für die Farbpalette seiner Fahrzeuge bereithält. Die Bilder, die jeweils herausgenommen werden, sucht der Künstler aus. Da er selbst nicht immer vor Ort sein kann, hat er einen Plan für die komplette Zeit erstellt, wann welche Bilder mit welcher Farbe lackiert werden sollen.

Dem Künstler ist es für sein „Limited Art Project“ wichtig, dass die Bilder direkt in die industrielle Produktion der Autoherstellung gelangen. Sie sollen gerade eben nicht in einem abgetrennten Raum untergebracht sein, gewissermaßen keine Sonderbehandlung bekommen. Insgesamt stellt VW dem Projekt von Yan Lei 30 seiner 600 Auszubildenden am Kasseler Standort zur Verfügung, um die Bilder in der Documenta-Halle abzuholen, sie überzulackieren und weitere wichtige Aufgaben zu übernehmen. Damit ist Volkswagen nicht nur Hauptsponsor, sondern wird selbst zum Kunstwerk der diesjährigen dOCUMENTA.

Warum werden die Bilder überlackiert?

Es wird die Vergänglichkeit der Bilder thematisiert, die ganz zum Thema der dOCUMENTA (13) passt. Yan Leis Projekt ist, wie der Name schon verrät, limitiert. Die Bilder, die allesamt dem Internet entnommen sind, stellen etwas Endliches dar. Etwas, das nicht andauert und an das sich nicht erinnert wird. Diese Bilderflut, mit der man im Internet konfrontiert wird, soll hier im Ausstellungsraum nachgestellt werden. Die Bilder sind so zahlreich, dass man sie nicht alle ansehen, geschweige denn, schätzen kann. Sie werden ausgedruckt, kopiert, verschickt und haben am Ende keinen Wert mehr. Die Quellbilder und deren Geschichten werden von Yan Lei unzugänglich gemacht und für immer versiegelt. Es wird nicht die leichte Unterhaltung, sondern das Nachdenken und das Erinnern gefordert.

Warum werden im Ausstellungsraum Fotoaufnahmen gemacht?

Die Fotoaufnahmen gehören indirekt zur Arbeit. Und zwar begleitet der chinesische Videokünstler Zhenchen Liu das Projekt über den gesamten Zeitraum. Von der Produktion der Bilder in China über den Transport nach Deutschland und der Installation im Ausstellungsraum. Und eben auch während der Ausstellungszeit bei der dOCUMENTA(13). Am Ende steht eine Dokumentation, in der die Fotoaufnahmen aus der Ausstellung einen Teil des Videomaterials stellen werden.

© Christina Dilk

Quellen:

–         Christov-Bakargiev, Carolyn et al. (2012): dOCUMENTA (13). Das Begleitbuch/The Guidebook. Ostfildern.
–         Gespräch mit Herr Steinbach (Abteilung Kommunikation der Volkswagen AG in Baunatal)
–         Gespräch mit Herr Finis (Lackiererei der Volkswagen AG in Baunatal)
–         Emailkontakt mit Virgilio Pelayo jr. (Assistent des Leiters der Kommunikation und Internationale Beziehungen der   dOCUMENTA (13))

Nachgefragt!

Wie kommt die dOCUMENTA (13) bei den Zuschauern an? Was gefällt, was nicht? dOCUMENTIERT. hat am 01.07.2012 die Lehramtsexaminantin Sandra T. aus Göttingen zu ihren Eindrücken befragt!

Livia: Sandra, danke, dass du dir Zeit nimmst, mir ein paar Fragen zu beantworten. Bist du heute das erste Mal auf der dOCUMENTA (13)? Sandra: Ja, ich bin heute das erste Mal hier und finde es bisher recht interessant. Ich habe mir gleich heute Morgen um 10.00 Uhr die Tageskarte gekauft, um möglichst viel sehen zu können. Es ist bis jetzt ein harter Tag mit Fußschmerzen, aber es macht Spaß. (lacht)

Sandra T.
© Livia Blum

Livia: Wie gefällt es dir bis jetzt? Sandra: Also im Großen und Ganzen gefällt es mir super. Die einen Sachen mehr, die anderen weniger.

Livia: Und welches Kunstwerk gefällt dir besonders gut? Sandra: Die „Monumentalskulpturen“ von Adriàn Villar Rojas an den Weinbergen finde ich ganz interessant.

Livia: Warum gerade diese Skulpturen? Sandra: Das Werk fasziniert mich, weil Rojas Skulpturen entworfen hat, die den Zeitgeist der Geschichte wiedergeben, obwohl sie so zerbrechlich aussehen. Damit meine ich, dass vieles, wie auch Geschichte, zerbrechen und in Vergessenheit geraten kann, wenn man nicht für Erinnerung sorgt.

Livia: Was hast du bis jetzt schon alles gesehen? Sandra: Also ich war heute schon in der documenta-Halle, im Hugenottenhaus und eben war ich am Weinberg. Heute werde ich mich wohl nur noch auf die geschlossenen Räume beschränken, denn im Auepark ist ja vieles kostenlos zugänglich. Die Werke dort werde ich an anderen Tagen erkunden. Gleich möchte ich mir die Kunst im Fridericianum noch mal anschauen.

Livia: Im Fridericianum kannst auf jeden Fall Unterschiedliches sehen. Gibt es denn ein Werk über das du unbedingt mehr erfahren möchtest? Sandra: Auf jeden Fall möchte ich gerne wissen, warum Yan Lei seine Bilder überlackiert. Ich habe mir ja sein Kunstwerk „Limited Art Projekt“ vorhin in der documenta-Halle angesehen und fand den Raum voller Bilder beeindruckend. Ich vermute, dass er damit zeigen möchte, dass Kunst vergänglich ist, was eigentlich schon der Werktitel besagt. Aber ich bin der Meinung, da muss noch mehr dahinter stecken.

Livia: Hast du sonst noch spannende Entdeckungen gemacht? Sandra: Ich muss sagen, ich finde die Ausstellung von Thomas Bayrle in der documenta-Halle wirklich sehenswert. Dieser riesige Raum, den er mit seinen Werken – den lauten, dröhnenden Maschinen – ausfüllt, ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Und mir fällt auf, dass die Menschen während der Ausstellungszeit kommunikativer sind als sonst. Man kommt mit ihnen leichter ins Gespräch.

Livia: Was interessiert dich besonders an der dOCUMENTA (13)? Sandra: Ich bin am meisten an der Geschichte der documenta interessiert. Aber auch der Hintergrund, wie die Werke entstanden sind und was den Künstler dazu bewegt hat, genau dieses Werk zu schaffen, finde ich sehr spannend.

Livia: Wie würdest du dein Verhältnis zur Kunst beschreiben? Sandra: Ich habe kein wirkliches Kunstverständnis. Ich bin eher dem verfallen, was schön oder sinnvoll ist. Kunst muss mir in erster Linie gefallen. Ich mag schon sehr gerne die zeitgenössische Kunst, sie sagt mir am meisten zu.

Livia: Letzte Frage. Würdest du anderen Menschen empfehlen, die dOCUMENTA (13) zu besuchen? Sandra: Auf jeden Fall. Wer Kunst und Entwicklung mag und gerne viele Menschen um sich hat, ist hier absolut richtig. Man hört andauernd andere Sprachen und sieht Menschen verschiedener Nationalitäten, das ist schon ein bisschen wie Urlaub.

Livia: Danke für das Gespräch. Ich wünsche dir noch einen spannenden und interessanten Tag auf der dOCUMENTA (13)!

(lb)

Top oder Flop: Was gefällt dir besser – und vor allem, warum?

Wer die Wahl hat, hat die Qual! Die zwei Befragten, Vanessa R. (Studentin aus Göttingen) und Sebastian K. (Student aus Kassel), wussten während der Befragung jedoch ganz genau, was ihnen rund um die dOCUMENTA (13) gefällt und was ihnen weniger zusagt. Vielleicht gibt Ihnen dieser Fragebogen einen Anreiz, selbst zu überlegen, was ihre Kunstvorlieben sind?!

Livia: Hallo Vanessa, schön, dass du dir für ein paar kurze „entweder-oder“-Fragen zur dOCUMENTA (13) Zeit nimmst. Ich würde sagen: Los geht`s!

Livia: Teilnahme an einer d-tour oder Selbsterkundung? Vanessa: Selbsterkundung. Da kann ich mir das ansehen, was ich will und wann ich es will.

Vanessa R.
© Livia Blum

Livia: Kunst im Museum oder im Freien? Vanessa: Das ist mir nicht so wichtig. Ich finde, Kunst sollte da ausgestellt werden, wo sie am besten wirkt oder es am wenigsten schädlich für sie ist.

Livia: Fotos als Erinnerung machen oder im Gedächtnis speichern? Vanessa: Eine Mischung aus beidem. Fotos aber auf jeden Fall machen, da man ja nun wirklich nicht alles im Kopf behalten kann, was man gerne möchte. Außerdem können sie ja auch als Erinnerungsstütze dienen.

Livia: Tageskarte oder Abendkarte? Vanessa: Als Studentin habe ich gegen Abend einfach mehr Zeit und deswegen würde ich mich da für eine Abendkarte entscheiden.

Livia: Malerei oder Fotografie? Vanessa: Ich finde beides interessant. Es kommt auf das Motiv und den Aufbau an und natürlich auch, wie das Bild letztendlich gestaltet worden ist.

Livia: Performance oder Film/Video? Vanessa: Eine Live Performance schlägt so schnell nichts. Selbst dabei sein ist einfach toll. Allerdings gibt es bei Film und Video die Möglichkeit, dass mit Special Effects aller Art gearbeitet wird. Und je nachdem, was der Künstler erreichen will, kann das genau so interessant und spannend sein. Ich lasse mich also gern auf beides ein.

Livia: Alle Standorte auf der dOCUMENTA (13)-„To-do“-Liste abhaken oder einzelne Objekte genauer betrachten? Vanessa: Ich möchte so viel wie möglich sehen. Das, was einem am besten gefallen hat, sollte man aber länger und vielleicht auch mehrmals betrachten.

Livia: Hetze oder Muße beim documenta-Besuch? Vanessa: Muße. Durchhetzen ist einfach nur stressig und da kann man ja gar nicht genießen.

Livia: Schauplätze alleine erkunden oder mit Freunden/in einer Gruppe? Vanessa: Mit Freunden. Leute, mit denen man über die Werke reden kann, machen alles gleich doppelt so interessant.

Livia: Werke betrachten oder vom Künstler eingebunden werden? Vanessa: Ich betrachte Werke am liebsten einfach nur oder spreche darüber. Ich würde mich nicht wohl fühlen, wenn ich eingebunden wäre.

Livia: Werk selbst deuten oder Intention des Künstlers lesen? Vanessa: Zuerst das Werk selbst deuten und hinterher die Intention des Künstlers lesen. Das finde ich am spannendsten.

Livia: Begleitende Bücher zur documenta kaufen oder Zeitungsartikel lesen/sammeln? Vanessa: Leider bin ich immer recht knapp bei Kasse und deswegen sind Zeitungsartikel einfach die praktischere Variante.

Livia: documenta-Fanartikel kaufen oder Geld sparen? Vanessa: Leider Geld sparen.

 

Livia: Super, dass du gerade einen Moment Zeit hast. Dann lass uns mit dem Fragebogen starten, okay?

Livia: Kunst im Museum oder im Freien? Sebastian: Lieber Museum. Die Kunst im Freien der dOCUMENTA (13) sagt mir irgendwie nicht so zu, die Werke in der documenta-Halle und am Hauptbahnhof fand ich hingehen ziemlich interessant.

Sebastian K.
© Livia Blum

Livia: Teilnahme an einer d-tour oder Selbsterkundung? Sebastian: Selbsterkundung, weil ich mir lieber meine eigenen Gedanken mache.

Livia: Tageskarte oder Abendkarte? Sebastian: Abendkarte, weil ich von der Arbeit aus leider überhaupt nicht die Zeit hätte, den ganzen Tag auf der DOCUMENTA (13) zu verbringen.

Livia: Malerei oder Fotografie? Sebastian: Eher Malerei. Ich kann gar nicht genau sagen, warum mir das besser gefällt. Als ich aber zum Beispiel das Werk „Limited Art Projekt“ von Yan Lei in der documenta-Halle gesehen habe, war ich richtig beeindruckt. Er scheint sein Handwerk zu beherrschen. Dass er seine Bilder in Abständen überlackiert, finde ich wiederum schade.

Livia: Performance oder Film/Video? Sebastian: Auf jeden Fall Film/Video. Also ich bin ein großer Fan von Film und Video, gerade die Umsetzung vieler Künstler ist sehr gelungen. Das Gesamtwerk von William Kentridge „The Refusal of time“ am Hauptbahnhof fand ich bombastisch. Die laute Musik, die einen von allen Seiten beschallte, hat den laufenden Film eindrucksvoll verstärkt.

Livia: Hetze oder Muße beim documenta-Besuch? Sebastian: Hetze, weil ich möglichst viel in kurzer Zeit sehen möchte, um viele Eindrücke mit nach Hause nehmen zu können.

Livia: Schauplätze alleine erkunden oder mit Freunden/in einer Gruppe? Sebastian: Mit Freunden. Alleine macht es doch keinen Spaß und man kann sich ja auch nicht austauschen.

Livia: Werke nur betrachten oder vom Künstler selbst eingebunden werden? Sebastian: Werke nur betrachten, denn man weiß ja nie, auf welche schrägen Ideen der Künstler kommt, wenn er anwesend ist. Das wäre mir zu heikel, wobei es wiederum nicht alltäglich ist, einen Künstler live in Aktion zu sehen.

(lb)