Hinterlassene Botschaften

Bereits vor einer Woche räumten die Demonstranten des Occupy-Camps auf dem Friedrichsplatz ihre Zelte. Anstelle dieser wurden weiße Kreuze aufgestellt, als Zeichen für den Abschied von dOCCUPY. Die Beschriftungen der „Gräber“ drücken das aus, wofür die Kapitalismus-Kritiker einstehen: Liebe, Verständnis, Gleichberechtigung. Auch wenn das Camp nicht mehr existiert, sollen die Menschen verstehen, dass diese Werte allgegenwärtig sind. Sie stehen an jenem Ort, an dem zuvor die „Reihenhauszelte“ standen. An ihnen wurden Begrifflichkeiten aufgeführt, die die Kritiker als Sünden des Menschen verstehen. Zum Schluss wurde der Gedanke weitergeführt und durch Werte ersetzt, die der Mensch besitzt, aber nicht immer schätzt. dOCCUPY möchte dadurch ein Umdenken der Menschen erreichen.Die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

;

dOCCUPY

dOCCUPY

Christina Hooge

Lange Besucherschlangen zum Ende der dOCUMENTA (13)

Kassel platzt zurzeit aus allen Nähten. Der Grund: Kunstbegeisterte aus aller Welt wollen die wenigen verbleibenden Tage noch nutzen, um dOCUMENTA (13)-Luft zu schnuppern und letzte Blicke auf die Kunstwerke zu erhaschen.

Es ist bald soweit, die größte Weltausstellung für zeitgenössische Kunst schließt in drei Tagen endgültig ihre Pforten. Das Ende der dOCUMENTA (13) wird an diesen letzten Tagen deutlich sichtbar: Überall, wohin das Auge auch blickt, sieht man zahlreiche Menschen anstehen und warten. Sie hoffen, dass die Schlangen rasch kürzer werden, denn viele beliebte Standorte sind auf Besucherzahlen beschränkt. Ob vor dem Fridericianum, der documenta-Halle – wie auf diesem Foto sichtbar – oder an verschiedenen Stationen am Hauptbahnhof, es bilden sich lange Schlangen von interessierten Besuchern. Dies verlangt den Kunstbegeisterten viel Geduld und Durchhaltevermögen ab.

Die Schlange zur documenta-Halle reicht schon bis zum Staatstheater
© Livia Blum

Wer beispielsweise letzten Samstag die Arbeit „The Refusal of Time“ des Künstlers William Kentridge (* 1955) genießen wollte, der musste teilweise gut zwei Stunden ausharren, da die Einlasszahl zu diesem Werk auf ca. 50-60 Personen begrenzt war. Gelohnt hat sich das Warten allemal, wenn es auch viel Kraft und Ausdauer gekostet hat.

Festhalten lässt sich auf jeden Fall: Dass die dOCUMENTA (13) die Menschen nach wie vor begeistert, dass das Interesse an den vielseitigen Kunstwerken anscheinend nicht abnimmt und dass bestimmt dem einen oder anderen Kunstliebhaber in den nächsten Wochen in Kassel etwas fehlen wird: Nämlich die Magie und Faszination, die die Weltkunstausstellung verbreitet hat und vielleicht auch der Austausch und ein netter Plausch mit Gleichgesinnten.

(lb)

Kunst als Widerstand gegen den Nationalsozialismus und Überlebensstrategie – Korbinian Aigner

Wenn Menschen Schlimmes erfahren, wenn ihnen die Macht und die Selbstbestimmung genommen wird, sie zu Opfern werden, dann ist es schwer, an das Überleben zu glauben. Korbinian Aigner hat es geschafft, mit Kunst und der Züchtung von Apfelsorten im Konzentrationslager zu überleben. 

Geldstrafen, Zwangsversetzungen, Verhaftungen, Gefängnisaufenthalte und Inhaftierungen im Konzentrationslager Sachsenhausen sowie Dachau – Korbinian Aigner (1885-1966) war zeitlebens politisch engagiert und ein Gegner des Nationalsozialismus. Für den Widerstand, den er gegen die NSDAP leistete, wurde er von den Nationalsozialisten in Dachau inhaftiert und erlitt schwere Traumata. In beiden KZ`s musste der so genannte „Apfelpfarrer“  Zwangsarbeit unter schweren Torturen in der Landwirtschaft ableisten.

Als Häftling mit der „Nummer 27788“ begann er im Jahre 1941 in Dachau aus Apfelkernen die Apfelsorten KZ-1, KZ-2, KZ-3 und KZ-4 zu züchten, was man als weiteren „Akt des Widerstandes“ (Begleitbuch, S. 34) gegen das NS-System, aber auch als Überlebensstrategie in einer schlimmen Leidenssituation mit traumatisierender Wirkung ansehen kann. Die Apfelsorte KZ-3, die später in Korbiniansapfel umbenannt wurde, wird noch heutzutage angebaut.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Aigner war nicht nur Apfelkundler, sondern auch Künstler – und zwar Konzeptkünstler. In den Jahren 1912-1960 fertigte er ungefähr 900 verschiedene Zeichnungen von diversen Apfel- und Birnensorten im Postkartenformat an. 369 Aquarelle dieser monumentalen Bildersammlung, die einzelne Obststücke oder auch Obstpaare zeigt, sind im Kasseler Fridericianum zu betrachten.

Zum Gedenken an diesen herausragenden Mann hat die künstlerische Leiterin der dOCUMENTA (13), Carolyn Christov-Bakargiev, 2011 in der Kasseler Karlsaue einen Korbiniansapfelbaum gepflanzt. Ganz nach dem Motto: Unscheinbarer Baum, bedeutende Geschichte.

(lb)

Rebellisch, Gesellschaftskritisch, Unangepasst- Llyn Foulkes

Im Fridericianum werden unter Anderem auch drei Kunstwerke eines ganz besonders interessanten und brillanten Künstlers ausgestellt: The Machine, The Lost Frontier und The Awakening von Llyn Foulkes, sind, wie ich finde, drei der außergewöhnlichsten und fesselndsten Werke die die dOCUMENTA (13) zu bieten hat.

© Constanze Wölm

Die Musikmaschiene

Das von Foulkes selbst entwickelte und gebaute Fantasieinstrument The Machine, besteht aus vielen verschiedenen Elementen, wie einem Schlagzeug, Kuhglocken, Basssaiten, einem Xylofon und sogar aus alten Autohupen. Der Künstler spielte in den ersten Wochen der dOCUMENTA (13) bei mehreren Auftritten auf seiner knallroten Musikmaschine und gab einige seiner Songs zum Besten. dOCUMENTIERT war bei einem seiner Darbietungen live dabei und hat einen kurzen Ausschnitt festgehalten:


Foulkes spielt The Machine auf seine eigene, ganz besondere Weise. In einem weißen, schlabbrigen T-Shirt und nur mit weißen Socken an den Füßen, steht der sympathische 76-jährige ‚in’ seinem Instrument und lugt über den vielen Hupen hervor. Manchmal kommt er etwas aus dem Takt und die als Musikinstrumente umfunktionierten Glocken, Hupen und Tröten geben schiefe und schräge Töne von sich. Aber das ist wohl genau der Sinn der Sache, denn Llyn Foulkes’ Kunst soll nicht perfekt und idyllisch sein, sondern sie soll die Leute schockieren, sie aufhorchen und aufmerksam werden lassen, und sie dazu bringen die Augen zu öffnen, denn der Künstler möchte eine Botschaft vermitteln. Zu den schiefen Tönen, die The Machine von sich gibt, singt der Künstler Songs, die einen nachdenklich stimmen und die Foulkes’ Melancholie und seine Sorgen über die moderne Gesellschaft und die zusehends verkommene Welt und Zivilisation deutlich werden lassen. Auf seinem Fantasieinstrument übt der Vietnamveteran Kritik am Kapitalismus, am Kommerz und an der Politik der U.S.A.
The Machine ist auf der dOCUMENTA (13) leider nicht mehr im Original zu finden, denn als Foulkes abreiste, nahm er seine Maschine mit. Nun tröstet eine Videoinstallation seiner Performance, die an dieser Stelle nun gezeigt wird, den/die BesucherIn etwas darüber hinweg.

© Constanze Wölm

 

Der Tod des amerikanischen Traums 

© Constanze Wölm

Der in Los Angeles lebende Foulkes arbeitete in das Reliefbild The Lost Frontier (1997-2005) verschiedene Materialien ein, wodurch das Bild dreidimensional wird. Die Landschaft, des Werkes besteht aus Holz, außerdem baute er einen alten Fernseher, eine tote Katze und leere Bierflaschen in das Bild ein. Mit diesem unangepassten, rebellischen Werk möchte er den Tod des amerikanischen Traums darstellen.
Im Vordergrund ist Foulkes selbst zu sehen, wie er, mit hängenden Schultern, auf eine leblos und apokalyptisch wirkende Landschaft blickt, die die Stadt Los Angeles darstellen soll. Daneben sitzt ein Mann, der wie ein Urmensch aussieht, den Blick auf den Betrachter des Bildes gerichtet. Im Hintergrund sieht man eine Autobahnbrücke. Auf einem Felsen steht Micky Mouse mit dem Körper einer Frau in einem altmodischen Kleid, in den Händen ein Maschinengewehr. Mickys Blick ist auf die karge Landschaft von LA gerichtet. Das immer wiederkehrende Motiv von Micky Mouse in seinen Werken ist ein Symbol für die Gehirnwäsche der die Gesellschaft unterzogen wird. Foulkes las einmal das Handbuch des Micky Mouse Clubs von 1934 (seinem Geburtsjahr) und darin stand, dass durch die Disney-Figuren, Dinge in die Gehirne der Kinder eingepflanzt werden und sie somit unbewusst aufgenommen werden. Die Micky Mouse Figur in The Lost Frontier scheint für die Kontrolle (ausgeübt durch die kapitalistische Pokitik Amerikas?!) zu stehen, der die Menschen in der modernen Gesellschaft unterzogen werden.
Dieses Werk ist wohl eine weitere Kritik an der Zivilisation. Der oben gezeigte Ausschnitt, einer Performance von Foulkes an The Machine, scheint, die Intention des Künstlers bei erschaffen von The Lost Frontier noch zu verdeutlichen. Aber möchte uns der Künstler damit nun zu verstehen geben, dass unsere Zivilisation in einer Apokalypse enden wird? Oder stellt dieses Bild schon die heutige Realität dar und Foulkes will uns damit zeigen, dass wir bereits in der Apokalypse leben und es nur noch nicht gemerkt haben?

Llyn Foulkes ganz privat

© Constanze Wölm

Ein weiteres Werk aus Foulkes Reihe von Reliefbildern heißt The Awakening (1994-2012) und zeigt ein älteres Paar im Bett. Die Frau liegt nackt auf der Seite, den Rücken zu ihrem Gatten gewendet. Ihr Blick wirkt traurig und verzweifelt. Der Mann blättert konzentriert, aber müde wirkend in einer Art Buch. Dieses Relief zeigt Foulkes und seine Ex-Frau. Mit diesem Projekt begann er, als er merkte, dass die Ehe mit seiner Frau langsam zu Bruch ging. Dies ist ein sehr persönliches und emotionales Werk des Künstlers.
Llyn Foulkes war und ist, nicht nur auf der dOCUMENTA (13), ein Geheimtipp, der leider oft übersehen und übergangen wird. Ob dies an seiner rebellischen und gesellschaftskritischen Kunst liegt und daran, dass er offen sagt was er denkt und was ihn stört, sei dahingestellt. Vielleicht ist die Kunstwelt für Foulkes’ unbequeme Wahrheit einfach immer noch nicht bereit und wird es vielleicht auch nie sein…

Text und Fotos: Constanze Wölm

Video: Katharina Scholz

Sehr versteckt! Wer hat’s schon entdeckt?

Uncomfortable Objects. Finding Oneself Outside.

© Christina Dilk

So heißt dieses Kunstwerk von Mariana Castillo Deball. Es befindet sich im Zwehrenturm im Fridericianum und bleibt damit leider etwas im Verborgenen. Dabei ist es groß, bunt und besteht aus mindestens zehn verschiedenen Materialien wie zum Beispiel Gips, Sand, Nachbildungen archäologischer Artefakte, Textilien oder Werkzeuge. Ausgangspunkt für das Kunstwerk ist die Geschichte der Wissenschaft und der Alchemie in Kassel. Die gebürtige Mexikanerin arbeitet mit historischen Objekten, setzt sie neu zusammen und lässt sie somit in einem neuen Licht erscheinen. Alles, was Castillo Deball findet, wird irgendwie verarbeitet. Dabei spielt der Zufall eine große Rolle und die Tatsache, dass keine ihrer Werke einer bestimmten Disziplin folgen. Auch hier in der „Ansammlung unbehaglicher Objekte“, bestehen viele Disziplinen nebeneinander. Es ist weder Archäologie, noch bildende Kunst oder Philosophie. Es ist von allem ein bisschen und bietet daher viel Diskussionsstoff.

Die „Uncomfortable Objects“ sind sehenswert!

Die Liebe zum Leben

Leben? oder Theater

© Jens Nerkamp

Menschen haben Lebenskrisen. Manche kleinere, andere bedrohliche. Allzu oft resultiert daraus ein Suizid oder eine andere Tat, die nur passiert, weil das Opfer keinen anderen Ausweg sieht und sich dadurch in die Täterrolle begibt.

Charlotte Salomon, die 1939 nach Südfrankreich zu ihren Großeltern emigrierte, erfuhr erst als ihre Großmutter einen Selbstmord versuchte, dass es das Schicksal der Frauen ihrer Familie zu sein schien, sich von dieser Welt durch die eigene Hand zu verabschieden. Ihre Tante tötete sich selbst und auch ihre eigene Mutter wählte den Freitod.

Malen als Eigentherapie

Charlotte Salomon wollte das nicht. Sie wollte die Geschichte der Frauen ihrer Familie nicht fortführen. Sie suchte sich einen Weg, den Wahnsinn zu verarbeiten, der ihr ganzes Leben bestimmte.  Dazu begann sie in der Zeit um 1941/42 zu malen. Sie schuf 1325 Gouachen und verwendete dazu einzig Primärfarben. Aus dieser großen Sammlung wählte sie 769 Stücke aus und fügte sie zu einem Werk zusammen, das ihr eigenes Leben widerspiegelt. Charlotte ergänzte ihr Werk durch Texte und unterlegte es mit Musik. Das Werk ihres Lebens bekam den Namen „Leben? oder Theater? – Ein Singspiel.”

Vom Leben gezeichnet

Es ist in Vorspiel, Hauptteil und Epilog aufgeteilt. Mit dem Selbstmord ihrer Tante Charlotte wird die Handlung eingeleitet. Die Aspekte des Hauptteils beschäftigen sich vorwiegend mit den traumatischen Erlebnissen, den Ansichten des Gesangslehrers ihrer Stiefmutter und der künstlerischen Entfaltung unter dem Regime der Nationalsozialisten. Je weiter die Handlung führt, desto mehr fällt einem die Veränderung des Stils auf. Er wird roher. Die Bilder sind nicht mehr klar, werden sogar schrittweise abstrakter. Damit erreicht die Geschichte ihren dritten Teil. Dieser beschreibt die letzten Jahre in Charlotte Salomons Leben, bevor sie nach Auschwitz deportiert wird.
Dieser Teil ist aus dem Leben jüdischer Frauen, die den Aufstieg des Faschismus, Zwangsemigration und sexuellen Missbrauch erleben müssen. Und vor allem handelt der dritte Teil von der Frage, die sich viele Menschen zu dieser Zeit stellen müssen: „Leben oder sterben?“
Das Werk, in seiner umfangreichen Fassung, erweckt das Interesse vieler, da es politische Geschichte beschreibt, private Eindrücke verarbeitet und die Erlebnisse der Frauen aufgreift.

Moderne Kunst in der dunkelsten Zeit Deutschlands

Die dOCUMENTA (13) zeigt im Fridericianum eine Auswahl von Charlotte Salomons Lebenswerk  „Leben? oder Theater?”. Die einzelnen Gouachen und Textelemente sind aufeinander folgend in Vitrinen ausgestellt. Leider fehlt die Musik, die das ganze untermalen soll. Aber auch ohne Musik haben die Bilder eine gewisse Wirkung, wenn man sie betrachtet. Da es nur eine Auswahl des gesamten Werkes ist, merkt man gravierende Schnitte im Stil, die aber eine deutliche Wirkung erzielen: die Veränderung der Zeitgeschichte wird deutlich dargestellt.
Neben der politischen und privaten Geschichte die das Singspiel trägt ist „Leben? oder Theater?“ auch ein Zeugnis für die moderne Kunst um 1940, die eben wegen der schrecklichen Geschehnisse im dunklen Zeitalter der deutschen Historie oftmals in den Hintergrund gedrängt wird.

Charlotte Salomon hat es geschafft, ihre traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten und verhinderte dadurch, dass sie selbst zum Opfer ihrer Psyche wurde, die drohte sie zu überwältigen. Sie hatte den Mut, sich ihrer Geschichte zu stellen und hat ihr Vorhaben, etwas völlig „wildes und exzentrisches“ auf Papier zu verewigen, innerhalb kürzester Zeit verwirklicht.

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Am Ende musste sie dennoch sterben, wegen den Vernichtungsfantasien eines Wahnsinnigen und dessen Regimes. 1943 wurde sie nach Auschwitz deportiert und umgebracht. Mit ihr musste ein ungeborenes Kind sterben, denn Charlotte war im fünften Monat schwanger.
Lässt man das persönliche Ende von Charlotte Salomon außen vor, passt auch dieses Kunstwerk in die Leitthematik der dOCUMENTA (13), weil ihr Leben  durch die traumatischen Erlebnisse zu kippen drohte. Sie näherte sich ihrem eigenen psychischen Abgrund, der auch in einem Suizid resultieren konnte. Aber sie fing an ihre Gedanken und Erinnerungen zu sammeln, sie aufzumalen und gegen die Zerstörung ihres Lebens anzukämpfen und eine neue Lebensfreude aufzubauen.

Wochenend-Impressionen

Architekturfans aufgepasst!

Dieses Monument steht mitten in der Innenstadt Kassels. Allerdings muss man es sich aus eigener Kraft vor dem inneren Auge konstruieren!

© Christina Dilk

Bei diesem Bau handelt es sich um Teil 1 von Renata Lucas’ Projekt Ontem, areias movediças. Die brasilianische Künstlerin nutzt bestehende unterirdische Gebäude des Stadtzentrums und entwirft daraus ein neues Monument in Form einer Pyramide. Einige Ecken oder Wände des fiktiven Gebildes sind u.a. sichtbar in den Kellern des Fridericianum, des Hauses Schöne Aussicht 9 und im Untergeschoss der Galeria Kaufhof. In dem Kaufhaus grenzt die graue Ecke der Pyramide direkt an die Schreib- und Süßwarenabteilung. Ähnlich wie im Kaufhaus C&A ist der Kontrast zwischen Kunst und alltäglichem Einkauf zu spüren.

Presse-Preview gut besucht

Am 09.06.2012 tummelten sich Journalisten aus aller Welt auf der dOCUMENTA (13) – dOCUMENTIERT. war live dabei

In ganz Kassel vergnügten sich gestern viele kunstbegeisterte Menschen verschiedener Nationalitäten. Journalisten und Besucher zückten eifrig ihren Notizblock und versuchten ebenfalls die schönsten Momente mit der Kamera einzufangen. Die Informationsstände galten als begehrte Anlaufstellen, um sich einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der dOCUMENTA (13) auf die Weltkunstausstellung vorzubereiten und vielleicht auch mit dem einen oder anderen Besucher in Kommunikation zu treten. Menschen saßen in dem extra für die dOCUMENTA (13) errichteten Restaurant vor dem Fridericianum, lagen in der Karlsaue auf der Wiese, direkt vor dem „Do nothing garden“, oder hetzten neugierig mit Lageplänen der Kunstwerke durch die Stadt Kassel. Ein Hauch von Begeisterung, Euphorie und Vorfreude auf die baldige offizielle Eröffnung lagen in der Luft.

dOCUMENTA (13)-Besucher nehmen sich Zeit für eine kleine Pause vor dem Fridericianum
© Livia Blum

Am Freitag waren jedoch lediglich die Kunstausstellungen im Freien für die angereisten Besucher frei zugänglich. Die geschlossenen Räume, wie beispielsweise das Fridericianum, waren zunächst nur für die Presse geöffnet, was die Stimmung in der dOCUMENTA-Stadt Kassel jedoch nicht beeinträchtigte. Im Gegenteil, es wurde gestaunt und diskutiert. Der gestrige Rundgang durch u.a. das Fridericianum, einen Tag vor der offiziellen Eröffnung der dOCUMENTA (13), war für die zahlreich erschienenen Journalisten sicherlich ein Erlebnis. Trepp auf, Trepp ab gab es in der verwinkelten Kunsthalle eine Menge unterschiedlicher Kunstwerke zu betrachten. Viele Eindrücke und Thematiken, wie z.B. Krieg, physikalische Darstellungen und Politik mussten zunächst einmal verarbeitet werden.

(lb)