Lange Besucherschlangen zum Ende der dOCUMENTA (13)

Kassel platzt zurzeit aus allen Nähten. Der Grund: Kunstbegeisterte aus aller Welt wollen die wenigen verbleibenden Tage noch nutzen, um dOCUMENTA (13)-Luft zu schnuppern und letzte Blicke auf die Kunstwerke zu erhaschen.

Es ist bald soweit, die größte Weltausstellung für zeitgenössische Kunst schließt in drei Tagen endgültig ihre Pforten. Das Ende der dOCUMENTA (13) wird an diesen letzten Tagen deutlich sichtbar: Überall, wohin das Auge auch blickt, sieht man zahlreiche Menschen anstehen und warten. Sie hoffen, dass die Schlangen rasch kürzer werden, denn viele beliebte Standorte sind auf Besucherzahlen beschränkt. Ob vor dem Fridericianum, der documenta-Halle – wie auf diesem Foto sichtbar – oder an verschiedenen Stationen am Hauptbahnhof, es bilden sich lange Schlangen von interessierten Besuchern. Dies verlangt den Kunstbegeisterten viel Geduld und Durchhaltevermögen ab.

Die Schlange zur documenta-Halle reicht schon bis zum Staatstheater
© Livia Blum

Wer beispielsweise letzten Samstag die Arbeit „The Refusal of Time“ des Künstlers William Kentridge (* 1955) genießen wollte, der musste teilweise gut zwei Stunden ausharren, da die Einlasszahl zu diesem Werk auf ca. 50-60 Personen begrenzt war. Gelohnt hat sich das Warten allemal, wenn es auch viel Kraft und Ausdauer gekostet hat.

Festhalten lässt sich auf jeden Fall: Dass die dOCUMENTA (13) die Menschen nach wie vor begeistert, dass das Interesse an den vielseitigen Kunstwerken anscheinend nicht abnimmt und dass bestimmt dem einen oder anderen Kunstliebhaber in den nächsten Wochen in Kassel etwas fehlen wird: Nämlich die Magie und Faszination, die die Weltkunstausstellung verbreitet hat und vielleicht auch der Austausch und ein netter Plausch mit Gleichgesinnten.

(lb)

Heute im TV: „Die dOCUMENTA (13) – Zusammenbruch und Wiederaufbau“

Die Dokumentation wird heute auf Arte um 22.00 Uhr ausgestrahlt. Worum geht es?

Die documenta 13 hat kein Thema. Auch kein Konzept, sie ist ein Geisteszustand – losgelöst aus Raum und Zeit“, sagt Carolyn Christov-Bakargiev. Filmautorin Natascha Pflaumbaum blickte 100 Tage vor Eröffnung der weltweit größten Ausstellung zeitgenössischer Kunst hinter die Kulissen. Dafür reiste sie u.a. zu bedeutenden Künstlern nach New York, London und Mexiko. Sie versucht in ihrer Dokumentation, zahlreiche Fragen rund um die dOCUMENTA (13) zu beantworten, die durch Interview-Sequenzen mit der künstlerischen Leiterin Carolyn Christov-Bakargiev untermauert werden.

(lb)

Nachtrag:
Das Video ist noch eine Woche lang auf arte.tv zu sehen, der nächste Ausstrahlungstermin ist am 2. Juli um 11:55.