Es plätschert und raschelt – „Untitled (Wave)“ von Massimo Bartolini

Bartolini (* 1962) bringt mit seinem minimalistischen Werk Technik und Natur in Einklang. Es bleibt die Frage: Was bedeutet es?

Ein im Boden versenktes, rechteckiges Plastikbecken gefüllt mit trübem Wasser, ein elektrischer Motor, der das Wasser in Bewegung bringt und Gerste, die das Becken umhüllt. Es fällt auf: Der Italiener, der in Cecina geboren ist und noch heute dort lebt, verbindet in der Kasseler Karlsaue künstliche mit natürlichen Materialien. Der Besucher betrachtet eine Welle, die sich gleichmäßig bewegt und vom einen zum anderen Ende wandert, aber nie über den Beckenrand schwappt. Die Installation wirkt besonders beeindruckend, wenn der Wind den Wellengang unterstützt und die Gerste am Rand raschelt und sich hin und her bewegt.

© Livia Blum

Es ist entspannend, dem regelmäßigen Lauf des Wassers zuzusehen. Aber es stellt sich auch die Frage: Was ist der Sinn dieser außergewöhnlichen Arbeit? Liest man über die „Untitled (Wave)“ nach, so haben wir das Werk richtig beobachtet und die Deutung liegt sehr nah. Der Künstler möchte mit seiner Installation den „endlosen Kreislauf des Lebens“ (Begleitbuch, S. 240) darstellen. Deshalb läuft die Welle also niemals aus und schwappt auch nicht über den Beckenrand. Sie bewegt sich immer gleichmäßig, weil sie endlos ist. Massimo Bartolini gibt den Besuchern somit Denkanstöße, sich mit den philosophischen Themenfeldern der Ewigkeit und Dauerhaftigkeit auseinanderzusetzen.

(lb)

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Schon gewusst…

…dass Konrad Zuse, der Erfinder des Computers, auch künstlerisch tätig war?

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„Die d(OCUMENTA) 13 präsentiert eine Auswahl von Aquarellen, Filztift- und Kreidezeichnungen und Ölbildern, die zwischen 1926 und 1967 entstanden sind, dazu Bücher und Kataloge (aus denen der künstlerische Einfluss etwa Lyonel Feiningers ersichtlich ist) sowie ein Konstruktionsmodell der Z1. Die Ausstellung ist in der Orangerie zu sehen, wo die Z11 zur ständigen Sammlung gehört.“
(Das Begleitbuch/The Guidebook, S.228)

Mehr über diesen bedeutenden Mann? Das Konrad Zuse Internet Archive verfügt über unzählige Dokumente von ihm und über ihn. Für einen etwas anderen Blick auf seine Kunstwerke – die technischen wie künstlerischen – empfiehlt sich jedoch ein Besuch der Orangerie.

(mb)