Wir sagen: Danke und auf Wiedersehen!

Liebe Leserinnen und Leser von dOCUMENTIERT.,

leider ist die dOCUMENTA (13) nun endgültig vorbei. Die meisten Kunstwerke sind bereits abgebaut, die KünstlerInnen wieder in ihre Heimat gereist und der Sommer hat sich nun auch verabschiedet.

Was von der größten Weltkunstausstellung in Kassel bleibt, sind Erinnerungen. – Erinnerungen an eine beeindruckende und aufregende Zeit, die uns auditiv und visuell geprägt und den Kontakt zu Menschen verschiedener Nationalitäten gefördert hat. Vier Monate befand sich die Stadt Kassel in einem Ausnahmezustand. Menschenmassen pilgerten nach Hessen, um Kunst zu sehen, es herrschte permanente Parkplatznot und es bildeten sich öfters lange Besucherschlangen vor den Gebäuden.

Das ist nun vorbei. Kassel scheint zurzeit fast ausgestorben, man muss sich an dieses Stadtbild erst wieder gewöhnen. Auch unser Projekt, die Arbeit in einer Online-Redaktion, neigt sich leider dem Ende zu. Wir haben ordentlich in die Tasten gehauen, fotografiert und neue Eindrücke sowie Erkenntnisse gesammelt und weitergegeben.

Wir von dOCUMENTIERT. möchten uns ganz herzlich bei Ihnen für Ihr Interesse an unserem Blog, die tollen Kommentare, aber auch für Kritik und Hinweise, bedanken. Auch hoffen wir, dass wir Sie durch Ihre dOCUMENTA-Zeit ein wenig begleiten konnten.

Ihr dOCUMENTIERT.-Team

(lb)

© Matthias Ott

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The End – …und was bleibt?

Nach 100 Tagen geht die Documenta 13 in Kassel heute zu Ende und kann sich erneut über einen Rekord freuen: 860.000 Besucher haben seit Beginn der Kunstausstellung im Juni die Documenta besucht, dazu kommen noch weitere 27.000 Besucher des Ausstellungsortes in Kabul. Bei der Documenta 12 vor fünf Jahren waren es „nur“ 750.000, was damals jedoch auch schon ein Rekord war. Doch was geschieht nach der Documenta? Welche Kunstwerke bleiben bestehen, welche müssen verschwinden und was weiß man bereits jetzt schon über die Planung der nächsten Documenta?

Der Artikel Was von der documenta (13) bleibt der Main Post online  bietet erste Antworten und weitere Informationen für Alle die interessiert, wie es nun weitergeht im kulturellen Universum Kassels.

Denn nach der Documenta ist vor der Documenta!

12 Ballads for the Huguenot House

Eines der beliebtesten Ausstellungsorte der Documenta 13, war das Hugenottenhaus. Der Künstler Theaster Gates aus Chicago hat aus dem ehemaligen Hotel ein begehbares Kunstwerk gemacht, dass äußerst viel Anklang bei den Documenta-Besuchern gefunden hat.

Ursprünglich wurde dem Künstler von der Documenta-Leitung vorgeschlagen, aus Materialien des leerstehenden Hugenottenhauses Skulpturen anzufertigen, ganz im Sinne von „Zusammenbruch und Wiederaufbau“. Stattdessen entschied sich Theaster Gates jedoch, das historische Haus zu renovieren,mit Materialien aus Abbruchhäusern aus Chicago. Dabei wurde Gates unterstützt von einem Team aus Auszubildenden und Arbeitern aus Chicago und Kassel, die teilweise sogar im Hugenottenhaus übernachteten, natürlich in Betten, die sie zuvor selbst aus den recycelten Materialien gebaut hatten.

Neben der Beobachtung der Entwicklung der Bauarbeiten im Hugenottenhaus, konnten die Besucher der Documenta auch viele unterschiedliche Künstler erleben, denen dort eine Plattform gegeben wurde, um ihre Arbeit vorzustellen, unter Anderem auch die Band „The Black Monks of Mississippi“ der Theaster Gates selbst angehört.

Allerdings sollte das Gebäude nicht nur äußerlich renoviert werden, sondern das Hauptziel war es, so viel öffentliches und kulturelles Interesse auf das Hugenottenhaus zu ziehen, dass es nach Ende der Documenta weiterhin  als Begegnungsstätte genutzt wird und sich als „Ort für verschiedene performative und soziale Veranstaltungen “ etabliert. Schon während der Documenta bot das Hugenottenhaus stets vielen Menschen aus unterschiedlichen Kulturen die Möglichkeit, aufeinander zu treffen, sich kennen zu lernen, zusammen zu essen und kreativ zu sein.

Es bleibt abschließend zu hoffen, dass Theaster Gates Vorstellung von der weiteren Nutzung des Hugenottenhauses in Erfüllung geht und das bisher erzielte Ergebnis bestehen bleibt oder sogar noch weiter entwickelt wird.

ZDF mediathek: Mit Theaster Gates im Hugenottenhaus

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EU-Kommissionspräsident Barroso besucht die Documenta

Am letzen Documenta-Wochenende gab es noch einmal hohen Besuch bei der Kunstausstellung in Kassel: EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso stattet heute der weltweit größten Ausstellung für zeitgenössische Kunst einen Besuch ab.

Der Besuch Barrosos begann heute morgen bei einem Empfang der Stadt Kassel im Brüder-Grimm-Museum. Dort erzählte Barroso unter Anderem, dass er bereits die letzte Documenta vor fünf Jahren besucht habe. „Ich bin beeindruckt und mag dieses Konzept“. Aufgrund der Euro-Krise habe er es allerdings nicht früher geschafft, sich die Ausstellung anzusehen.

EU-Kommissionspräsident Barroso besucht die documenta

Das Ende ist in Sicht…

In wenigen Tagen geht die größte Ausstellung für zeitgenössische Kunst zu Ende. Bereits jetzt befassen sich viele Medien mit der Zeit danach oder bieten einen kleinen Rückblick auf die Highlights der 13. Documenta in Kassel. dOCUMENTIERT hat hier eine Auswahl der aktuellsten Artikel zusammengestellt.

Die Welt online: Auf Streit folgt Lob und wieder Streit – Ein Rückblick auf die positiven und negativen Stimmen zur Documenta 13 und dem Geschehen drumherum

Der Westen online: Warum sich ein Besuch der Documenta 13 auch auf den letzten Drücker noch lohnt – Thomas Richter zeigt, wie man in möglichst wenig Zeit noch möglichst viel von der Documenta erleben kann

Süddeutsche online: Ende der Documenta 13 – Und dazu Urmusik aus der Geierhöhle – Die Highlights der Documenta 13

Focus online: documenta-Hund soll wieder normales Leben führen – Was passiert mit den zwei Hunden des Kunstwerks von Pierre Huyghe?

„Lieber die moderne Kunst“ oder: Documenta für Anfänger

Wart ihr bei der Kunst oder einfach nur so weg? Mit diesem Gedanken durch die Stadt geschlendert, habe ich eine kleine Gruppe auf dem Friedrichsplatz angesprochen. Heraus kam ein kurzes Gruppeninterview, dass teils tief in die Kunstseele der drei blicken lässt und teils zum schmunzeln anregt.
„Lieber modern und die Sinne betörend“, so fassen drei Mitte-Zwanziger aus Freiburg ihren Kunst- und Kulturtripp zur dOCUMENTA zusammen. „Ohne jegliche Erwartung“ seien sie gestartet, aber schon mit „Vorabrecherche und Freundeskreisverhör“. Heraus kam ein d(13)-Schlachtplan, der sie durch den Auepark führte, im Hugenottenhaus das Gruseln und Staunen lehrte, im Friedricianum leicht irritierte und in der Documenta-Halle gut unterhielt.
Die zwei Herren der Freiburg-Troika – Simon (26) und Jonathan (25) – studieren in Kassel, der eine seit einem, der andere seit zwei Jahren. Beide fühlen sich zwar langsam angekommen in Nordhessen, trotzdem überwiegt noch ein „süddeutsch geprägtes Exil-Gefühl“. Mit Kunst haben die beiden genauso viel am Hut wie ihr Besuch,  Maria (25), Physiotherapeutin. „Aber wenn jetzt schon einmal Besuch hier ist, dann nutzen wir die Gunst der Stunde und schauen es uns auch an“, so der männlich-logische Sachverstand. Auf „documentiert“ haben sie sich informiert, außerdem bei der HNA und Freunden. „Die Highlights waren schnell gebündelt, die Begeisterung im Nachhinein nicht immer ganz nachvollziehbar“, geben sie 20:30 beim Feierabendbier auf dem Friedrichsplatz erschöpft zum Besten.
Was die kleine Gruppe schnell resümieren kann, ist die geschlossene Vorliebe für medial unterstützte Kunst. Und so verwundert auch die Top 3 der Troika nicht. Auf Platz 1 setzen sie einstimmig das Hugenottenhaus mit dem Dunkelraum, in dem Gesungen und Getanzt wird. „Faszinierend zu beobachten, wie man anfangs nichts sieht und wenige Minuten später den Durchblick hat“, loben sie die Künstler aus Chicago. Platz 2 vergeben sie an den Klanggarten im Auepark, wo vor allem die Mimik der älteren Besucher „wirklich fasziniert und mit der Geräuschkulisse mitgeht“. Platz 3 in der Gunst der Gruppe geht an Nalini Malani, eine Künstlerin aus Indien, die in der Documenta-Halle ausstellt.
Was die drei im Nachhinein ärgert, ist der verpasste Besuch des Video-Walk im Hauptbahnhof: „Den hätten wir lieber noch mitgenommen als das Friedricianum“. Trotzdem sind sie rückblickend zufrieden, teils von der Kunst „angefixt“, teils noch nicht „gesetzt genug für Vitrinen-Kunst“.
Aber auch die Erkenntnis, „nicht gesetzt“ genug zu sein, kann ja durchaus als Gewinn verbucht werden. Und einen letzten, unbedingten Tipp wollen sie zum Abschied noch an die documentiert-Leser weitergeben: „Zum Chillout nach dem Kunstmarathon oder für das Radler zwischendurch, unbedingt die kleine Bar links hinterm Hauptbahnhof besuchen“!

Kritische Stimmen

Bisher gab es eher weniger negative Kritik in den Medien über die diesjährige dOCUMENTA. Ganz zum Verblüffen von Kuratorin Carolyn Christov-Bakargiev. Sie habe sich vorab auf hitzige Diskussionen eingestellt, die bislang noch nicht eingetroffen sind. Jetzt haben sich zwei Frankfurterinnen über ein Ausstellungswerk des guatemaltekischen Künstlers Aníbal López beschwert, wie die Frankfurter Rundschau berichtet. Das Video, das in der Neuen Galerie zu finden ist, zeigt ein Interview des Künstlers mit einem Auftragsmörder. López lud den sogenannten sicario nach Kassel ein, um mit ihm über Politik und Bewaffnung in Zentralamerika zu sprechen. Seine Absicht liegt darin, die Menschen über die politische Problematik in Guatemala aufzuklären, indem man in die Psyche des Mörders schaut und somit seine Denkweise verinnerlicht.

Der Künstler nutzt die weltweit öffentliche Plattform der dOCUMENTA, um auf den Guerillakrieg hinzuweisen. Die bewaffnete Bewegung besteht aus einem kriminellen Kartell, das Kontakte zu Politikern, Drogenhändlern und anderen Verbrechern pflegt. Diese Miliz findet immer größeren Zuwachs aus Repressionsgründen.

López bietet den dOCUMENTA Besuchern die Möglichkeit, hinter die Fassade zu schauen und das Problem aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Losgelöst von unserem politischem Verständnis von Recht und Unrecht. Sicherlich appellieren die zwei Frankfurterinnen an die Moral, die bei solch einem Konflikt zwischen Bürger und Diktatur verloren scheint. Andererseits spielen andere Faktoren in dieser Kultur eine große Rolle. Angst vor dem Gesetz und der Überlebenskampf auf den Straßen sind nicht unbekannte Phänomene, die durch Ausweglosigkeit hervorgerufen werden.

Durch López‘ provokative Kunst trifft in Kassel eine Welt auf unsere, die unser Verständnis von Moral und Recht in einen neuen Bezug bringt und somit die Relationen versetzt. Die Beschwerde der beiden Frauen ist der erste Schritt in Richtung Aufklärung der gesellschaftlichen Probleme im 21. Jahrhundert.

Weitere interessante Informationen zu diesem Thema sind in dem Artikel „Videofilm mit einem Mörder“ von Katharina Scholz zu finden!

(Quelle: Begleitbuch dOCUMENTA (13))

Christina Hooge

Ein Paradies für Schmetterlinge – Kristina Buchs „The Lover“

Sträucher, Bäume und Blumen: Buch schafft mit ihrer Installation auf dem Kasseler Friedrichsplatz vor dem Staatstheater eine Oase für Tagfalter.

Ich nähere mich an einem eher trüben und windigen Tag dem Kunstwerk der deutschen Künstlerin und studierten Biologin Kristina Buch (* 1983). Fasziniert beobachte ich die Vegetation, bestehend aus verschiedenen Gewächsen, die auf einem erhöhten Podest zu sehen ist. Ich höre, wie der Wind durch die Luft jagt und die Blätter zum Rascheln bringt, ich höre das Summen der Bienen und ich höre aber auch das Heulen lauter Motoren – denn die gebürtige Meerbuscherin platzierte ihr Werk direkt neben der gut befahrenen Kasseler Hauptstraße. Extra für die Tagfalter hat sie in ihrer Installation mehrere Schmetterlingssträucher gepflanzt, die als Nahrungsquelle und Herberge für diese dienen. An diesem Tag habe ich leider nur wenige Schmetterlinge sichten können, bei dem Wetter wundert es mich auch nicht.

Schmetterlingsstrauch
© Livia Blum

Buch ermöglicht Tagfaltern optimale Lebensbedingungen

Ihr Kunstwerk für die dOCUMENTA (13) „The Lover“ besteht aus einem Gerüst, das einen riesigen Pflanzkasten trägt. Es handelt sich hierbei um einen „hängende[n] Garten“ (Begleitbuch, S. 50). Buch pflanzte mit System: In der Mitte des Beetes setzte sie verschiedene farbenfrohe Blumenarten, die ihre volle Blütenpracht bereits entfaltet haben. Diese umrandete sie mit Disteln und Brennnesseln, welche eine besonders gute Nahrungsquelle für Schmetterlinge bieten. Aber ich sehe auch eine verdorrte Pflanze und frage mich, warum die heute in Düsseldorf lebende Künstlerin diese nicht entfernt oder sogar durch eine gesunde Pflanze ersetzt hat. Denn solch eine vertrocknete Pflanze strahlt doch kein Leben aus, sie passt nicht zu in der Luft tanzenden, bunten Schmetterlingen. Oder doch?

Vertrocknete Pflanze als Teil des Kunstwerkes?
© Livia Blum

Ein Projekt, mehrere Aussagen?

Wirft man einen Blick auf die Informationstafel, so liest man, dass sich die Künstlerin in ihrem Werk u.a. mit vielfältigen Themen wie der Vergänglichkeit, der Ungewissheit, der Hoffnung und der Freiheit auseinandersetzt. Die vielen Schmetterlinge, die während der größten Weltkunstausstellung aus ihren Puppen geschlüpft sind, symbolisieren Freiheit, wie dem Begleitbuch zu entnehmen ist. Sie tanzen in der Luft, flattern von Blüte zu Blüte, verlassen vielleicht das Kunstwerk – sie sind ungebunden. Indem die Künstlerin selbst während der dOCUMENTA (13) neue Puppen zieht und diese in ihrem Werk aussetzt, schafft sie dadurch neues Leben, das für mich für Hoffnung und Zukunft steht.

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Biowiese als Lebensraum für Falter

Eine Aussage aus einem Interview-Ausschnitt von Buch lässt mich grübeln. Sie sagt, dass Schmetterlinge vielleicht gar nicht so frei seien, da sie doch den Nektar der Pflanzen als Nahrung bräuchten, um überhaupt leben zu können. Mir stellen sich die Fragen: Was wird mit Schmetterlingen und anderen Lebewesen passieren, wenn wir Menschen immer mehr Wälder abholzen und beispielsweise unsere Rasenflächen weiterhin akkurat mähen? Nehmen wir den Tieren damit nicht die Grundlage zum Leben? Buchs Projekt regt mich zum Denken an und bringt mich zu dem Entschluss, den Schmetterlingen in meinem Garten ein Stück Natur zurückzugeben – und zwar in Form einer kleinen Fläche, die nicht gemäht wird und auf der Wildblumen gesät werden.

Der Lebenskreislauf?

Die vertrocknete, leblos aussehende Pflanze könnte meiner Meinung nach für Vergänglichkeit stehen. Für eine gewisse Zeit entfaltet sie ihre komplette Schönheit, aber irgendwann ist ihre Lebensdauer vorbei und sie vertrocknet. Möchte Kristina Buch in ihrem Werk vielleicht den Kreislauf des Lebens anhand der Pflanzen und Schmetterlinge darstellen? – Die Entstehung neuen Lebens, das Leben selbst, das so selbstbestimmt und frei wie möglich sein sollte, das Alter und schließlich den Tod?

Blumenpracht
© Livia Blum

dOCUMENTA (13)-Tagfalter in 2013?

Ob die Tagfalter auf ihrer Reise durch Kassel ihre Eier an einem geeigneten Platz ablegen und ob daraus im nächsten Jahr neue Schmetterlinge schlüpfen werden, ist ungewiss. Aber ich finde, es ist ein schöner Gedanke, dass wir vielleicht im nächsten Jahr, einem dOCUMENTA (13)- Schmetterlingsabkommen begegnen könnten.

(lb)

Das Gloria Kino – Filmprogramm zur dOCUMENTA (13)

Kennen Sie das? Sie haben sich im Kino einen Film angesehen, der Sie hinterher zum Nachdenken veranlasst hat? Genau das ist auch das Ziel der Filme, die im Gloria Kino gezeigt werden.

© Denise Hoffmann

In dem für die dOCUMENTA entwickelten Filmprogramm werden Kontroversen und Widersprüche der einzelnen Filmemacher im Bezug zur Gesellschaft aufgezeigt. Durch das Mitwirken der zahlreichen Künstler aus unterschiedlichen Ländern geschieht dies aus vielen abwechslungsreichen Blickwinkeln, zu verschiedenen Augenblicken und an unterschiedlichen Orten.
Das Programm ist in drei Themenbereiche unterteilt: „Verbotenes und Populäres Kino“, „Künstler und Filmemacher“ und „Afghanistan“.
In dem ersten Teil werden Filme gezeigt, die – wie der Titel bereits vermuten lässt – in den Ursprungsländern verboten oder zensiert wurden. Diese Filme werden kombiniert mit solchen, die ihrerseits sehr bekannt und beliebt waren und große Besucherzahlen zu verzeichnen hatten. Diese Konfrontation der Gegensätze soll den Betrachter dazu veranlassen, selbst herauszufinden, welche Art von Kunst er vorzieht und welche Werte er ihr zuspricht. Anders als es ihm die Gesellschaft durch Verbote und Zensuren vorenthält und verbietet.
In dem Programmpunkt „Künstler und Filmemacher“ haben verschiedene Künstler ihre ganz eigenen Impressionen in den Filmen verarbeitet und damit auch zur Ausformung der dOCUMENTA (13) beigetragen. Hier werden beispielsweise Arbeiten der Kunstausstellung gezeigt, teilweise handelt es sich dabei sogar um Erstvorstellungen.
Im dritten Programmpunkt werden afghanische Filme vorgestellt. Hier werden fiktionale und dokumentarische Filme, neue Arbeiten –  sowie ältere und weniger bekannte Filme gezeigt. Das Ziel ist es, dadurch zu veranschaulichen, welche Art von Werten über Filme zum Ausdruck kommen und wie diese weiterhin umgesetzt werden können. Die Filme sollen außerdem andere Seiten von Afghanistan aufzeigen, die in den Alltagsmedien wie z. B. durch Nachrichten im Fernsehen, nicht vermittelt werden.

Das Filmprogramm wird mit einer einwöchigen fortlaufenden Filmvorführung beendet werden, die „Three Little Pigs“ (dt.: „Drei Kleine Schweinchen“) heißen und vom Filmemacher Albert Serras inszeniert wird. Bei den Protagonisten dieses Stückes handelt es sich um drei wichtige Personen der Geschichte: Johann Wolfgang von Goethe, Rainer Werner Fassbinder und Adolf Hitler. Als Schauplatz dienen verschiedene Orte in Kassel.

Auch werden Filme aus dem Programm im Open-Air-Kino gezeigt. Bei gutem Wetter lassen sich dort schöne Filmabende verbringen.

Gloria-Kino am Ständeplatz, Friedrich-Ebert-Str. 3
Open-Air-Kino im Kulturzentrum Dock 4, Untere Karlsstr. 4

Karten können für 7.50,- € erworben werden. Weitere Informationen finden Sie unter: www.filmladen.de

(dh)